AG Nachhaltigkeit setzt auf natürliche Schädlingsbekämpfung
Am vergangenen Samstag, dem 10. Oktober 2026, haben sechs Mitglieder der AG Nachhaltigkeit in Lunestedt, Bokel und Hollen insgesamt 17 Meisen-Nistkästen an Bäumen angebracht. Die vom Lunekring hergestellten Nistkästen sind Teil einer Maßnahme aus der Zielvereinbarung, die die Gemeinde Beverstedt am 16. September 2026 mit der Umweltaktion UAN aus Hannover im Rahmen des KommNN-Projekts unterzeichnet hat.
Singvögel als natürliche Helfer
Die Nistkästen wurden gezielt in der Nähe von Eichen aufgehängt, an denen im Sommer Anwohner oder der zuständige Baumkontrolleur Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) entdeckt hatten. Die Raupen dieses Schmetterlings besitzen giftige Brennhaare, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Beschwerden auslösen können.
Singvögel gehören zu den natürlichen Fressfeinden der Raupen. Wo Vögel geeignete Lebensräume und Nistmöglichkeiten finden, können sie dazu beitragen, die Population des Eichenprozessionsspinners auf natürliche Weise zu regulieren. Ziel ist es, den Befall möglichst einzudämmen und den Bedarf an kostenintensiven technischen Bekämpfungsmaßnahmen zu verringern.
Gemeinsam für mehr Naturschutz
Die Idee, Nisthilfen gezielt im Umfeld betroffener Eichen anzubringen, stammt vom Leiter des Ordnungsamtes (GB II), der die Aktion auch vor Ort tatkräftig unterstützte. Die jeweiligen Ortsvorsteher begleiteten die AG Nachhaltigkeit bei der Umsetzung oder sagten finanzielle Unterstützung für den Kauf weiterer Nistkästen zu.
Weitere Maßnahmen sind bereits geplant: Aufgrund zweier entdeckter EPS-Nester zwischen Appeln und Frelsdorf sollen kurzfristig drei zusätzliche Nistkästen an der Abelhorster Straße angebracht werden. Weitere Standorte sind das Gelände der Grundschule Lunestedt, der Kindergarten „Zum Lunebogen“ sowie die Straße „Vorm Dorfe“, an der zahlreiche Eichen stehen.
Jeder Garten kann helfen
Wer selbst etwas zum Schutz vor dem Eichenprozessionsspinner beitragen möchte, kann bereits im eigenen Garten anfangen: Singvögel brauchen geeignete Nistplätze, heimische Gehölze und naturnahe Rückzugsorte.
Deshalb gilt: Gärten müssen nicht überall „schier“ und aufgeräumt sein. Wer der Natur etwas mehr Raum lässt, schafft Lebensräume für Vögel und andere Tiere – und leistet damit einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und zum natürlichen Gleichgewicht.